Aktivitäten – Postvention: ASSIP in der Sozialpsychiatrie

Postvention: ASSIP in der Sozialpsychiatrie

2017 wurde vom IFSG beim Gesundheitsfonds Steiermark ein Projekt mit dem Titel „Schnittstellenmanagement bei Suizidversuch – ASSIP Steiermark“ eingereicht. Bislang konnte keine Finanzierung erreicht werden.

Kurzinhalt:

Jährlich etwa 230 Suizide und geschätzte 3.000 bis 6.000 Suizidversuche in der Steiermark alarmieren. Besonders Menschen nach Suizidversuchen benötigen Hilfe.

Die Praxis zeigt, dass Betroffene bei weiterbestehenden und für den Suizidversuch auslösenden Belastungen häufig zu schnell wieder auf sich allein gestellt sind und so oft keine Möglichkeit haben, neue Strategien zu erlernen, um auf andere Art psychische Krisen zu bewältigen. Dies erhöht das Risiko eines Folgesuizids. Hier besteht der Bedarf nach einem mit nachsorgenden Einrichtungen koordinierten standardisierten Entlassungsmanagement.

ASSIP-Steiermark als effektive Kurzintervention soll den Betroffenen im Gespräch mit speziell geschulten TherapeutInnen bei der Bearbeitung der individuell erlebten suizidalen Krise und der Entwicklung hilfreicher Strategien gegen Folgesuizide helfen.

Die Vernetzung von stationärer und ambulanter Betreuung nützt den Betroffenen beim Finden und Aufsuchen adäquater Hilfe.

 

Hintergrund:

Konrad Michel und Anja Gysin-Maillart haben für den stationären Bereich ein Therapieangebot mit dem Kürzel ASSIP (Attempted Suicide Short Intervention Program) entwickelt, das sich spezifisch an Menschen richtet, die einen Suizidversuch unternommen haben.

Über das Projekt ASSIP-Steiermark wurde eine Adaptierung für den sozialpsychiatrischen Kontext vorgelegt, um PsychotherapeutInnen und PsychologInnen in Spitälern und Beratungseinrichtungen zu schulen, damit auch im Gesundheitssystem Tätige  das nötige Wissen und die Kompetenz haben, Menschen nach Suizidversuchen bestmöglich nach einer erprobten und wissenschaftlich überprüften Vorgehensweise zu begleiten.

Das Projekt ASSIP-Steiermark soll Betroffenen das nötige Wissen vermitteln, um die Gesundheitskompetenz der Menschen nach einem Suizidversuch zu verbessern und so das Risiko für Folgesuizide zu minimieren.